Jacqueline Aßbichler ist Vorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein. Bekannt wurde sie als Vorsitzende im ersten „Eiskeller“-Prozess um den Tod der Studentin Hanna W. in Aschau. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil 2025 auf, weil Aßbichler sich während des Prozesses ohne Wissen der Verteidigung mit dem Staatsanwalt ausgetauscht hatte. Dieser Artikel fasst zusammen, was belegt ist, und verzichtet auf Wertungen. Stand: 15.10.2026

Inhaltsverzeichnis

  • Kurzprofil
  • Wer ist Jacqueline Aßbichler?
  • Karriere in der Justiz
  • Der Eiskeller-Fall
  • Die BGH-Entscheidung
  • Neuer Prozess und Freispruch
  • Kritik und Reaktionen
  • Buxit: die Erfinderin
  • Was ist belegt – was nicht?
  • Häufige Fragen

Kurzprofil

MerkmalAngabe
NameJacqueline Aßbichler
BerufVorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein
AlterJahrgang 1968 (laut Berichten)
Bekannt durchVorsitz im ersten „Eiskeller“-Prozess (2023/2024)
Weitere TätigkeitMiterfinderin des Buchsbaum-Schutznetzes „buxit“
KommunalpolitikLaut Berichten Gemeinderätin in Stephanskirchen

Wer ist Jacqueline Aßbichler?

Jacqueline Aßbichler ist Juristin und seit vielen Jahren in der bayerischen Justiz tätig. Sie leitete am Landgericht Traunstein eine Jugendkammer, die als Vorsitzende für den ersten Prozess im Fall Hanna W. zuständig war. Ihr Name wurde dadurch bundesweit bekannt.

Karriere in der Justiz

Von 1995 bis 1999 war Aßbichler Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft München II. Danach wechselte sie in den Richterdienst, im Jahr 2000 an das Amtsgericht Rosenheim, später an das Landgericht München I. Seit 2019 ist sie am Landgericht Traunstein tätig.

Der Eiskeller-Fall

Die Medizinstudentin Hanna W. war in der Nacht zum 3. Oktober 2022 nach einem Discobesuch im „Eiskeller“ in Aschau im Chiemgau nicht nach Hause gekommen und später tot im Fluss Prien entdeckt worden. Ein damals 20-jähriger Mann aus dem Ort wurde festgenommen und angeklagt. Im März 2024 verurteilte ihn die Jugendkammer unter dem Vorsitz von Jacqueline Aßbichler wegen Mordes zu neun Jahren Jugendstrafe. In ihrer Begründung sagte sie, es habe sich nicht um einen Unfall gehandelt.

Die BGH-Entscheidung

Der Angeklagte legte Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil im April 2025 auf. Laut BGH hatte sich Aßbichler Monate vor dem Urteil per E-Mail mit dem Staatsanwalt über die rechtliche Bewertung von Erkenntnissen aus dem Prozess ausgetauscht, ohne die Verteidigung zu informieren. Ein Befangenheitsantrag der Verteidigung war zuvor abgelehnt worden. Der BGH sah darin einen Verfahrensfehler: Durch das heimliche Vorgehen habe beim Angeklagten der Eindruck entstehen können, dass die Vorsitzende nicht mehr unparteiisch sei. Der Fall wurde an eine andere Jugendkammer zurückverwiesen.

Neuer Prozess und Freispruch

Der Haftbefehl wurde im Sommer 2025 aufgehoben, nachdem ein Gutachten die Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen infrage gestellt hatte. Der neue Prozess begann Ende September 2025, aus Platzgründen im Amtsgericht Laufen. Am 25. November 2025 sprach das Landgericht Traunstein den Angeklagten frei. Das Urteil ist seit dem 3. Dezember 2025 rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte am Ende selbst Freispruch gefordert.

Kritik und Reaktionen

Die Verteidiger des Mannes kritisierten sowohl die Ermittler als auch die Richterin des ersten Verfahrens scharf und kündigten eine Amtshaftungsklage an. Das Landgericht Traunstein betonte auf Anfrage die richterliche Unabhängigkeit und verwies darauf, dass eine inhaltliche Überprüfung durch die vorgesehenen Rechtsmittel stattgefunden habe. Öffentlich bekannte dienstrechtliche Konsequenzen für Jacqueline Aßbichler sind in den ausgewerteten Quellen nicht genannt.

Buxit: die Erfinderin

Abseits der Justiz ist Jacqueline Aßbichler Miterfinderin von „buxit“, einem patentierten Netz mit Spikes, das Buchsbäume vor dem Buchsbaumzünsler schützt. Entwickelt hat sie es nach Herstellerangaben gemeinsam mit ihrem Sohn Vincent, der das Unternehmen JaViAs GmbH in Stephanskirchen führt. Sie selbst widmet sich laut Pressemitteilung ihrem Hauptberuf.

Was ist belegt – was nicht?

AussageStatus
Vorsitzende im ersten Eiskeller-ProzessBelegt
Urteil: neun Jahre Jugendstrafe (März 2024)Belegt
BGH hob das Urteil auf, wegen E-Mails mit dem Staatsanwalt und abgelehntem BefangenheitsantragBelegt
Freispruch am 25.11.2025, rechtskräftig seit 03.12.2025Belegt
Miterfinderin von „buxit“Belegt (Herstellerangaben)
Gemeinderätin in Stephanskirchen, Jahrgang 1968Laut kleinen Portalen
Dienstrechtliche KonsequenzenÖffentlich nicht bekannt

Häufige Fragen

Wer ist Jacqueline Aßbichler?
Sie ist Vorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein und wurde durch den Vorsitz im ersten Eiskeller-Prozess bekannt.

Warum hob der BGH das Urteil im Eiskeller-Fall auf?
Weil sie sich während des laufenden Prozesses per E-Mail mit dem Staatsanwalt ausgetauscht hatte, ohne die Verteidigung zu informieren, und ein Befangenheitsantrag zu Unrecht abgelehnt worden war.

Was ist aus dem Angeklagten geworden?
Er wurde im zweiten Prozess am 25. November 2025 freigesprochen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Was ist Buxit?
Ein patentiertes Netz mit Spikes, das Buchsbäume vor dem Buchsbaumzünsler schützt. Aßbichler hat es gemeinsam mit ihrem Sohn entwickelt.

Wie alt ist Jacqueline Aßbichler?
Berichten zufolge ist sie Jahrgang 1968.

Ist Jacqueline Aßbichler noch Richterin?
Berichten aus dem Jahr 2026 zufolge ja, am Landgericht Traunstein. Eine offizielle Bestätigung zum aktuellen Stand liegt hier nicht vor.

Fazit

Gesichert ist: Jacqueline Aßbichler leitete den ersten Eiskeller-Prozess, der BGH hob das Urteil wegen eines Verfahrensfehlers auf, und im zweiten Prozess wurde der Angeklagte freigesprochen. Wertungen zu ihrer Person stehen den Gerichten und zuständigen Stellen zu, nicht diesem Artikel.

Recherchiert von der Redaktion von gedankenmagazin.de. Zuletzt geprüft am 15.10.2026. Wir aktualisieren den Artikel, sobald verlässliche neue Angaben vorliegen.

Quellen

  • inFranken.de (dpa) – Ticker „Freispruch im Prozess um Tod von Hanna“ (aktualisiert 04.12.2025)
  • lto.de – „Eiskeller-Mordurteil: Neuer Prozess um Tod von Hanna W.“
  • Traunsteiner Tagblatt – „Der Eiskeller-Prozess wird komplett neu aufgerollt“
  • web.de – „946 Tage unschuldig in Haft“
  • soll-galabau.de, gabot.de, openPR – Berichte zu „buxit“ und JaViAs GmbH

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